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Januar 2019

Alle sollen mitsprechen dürfen

Experten wollen für das Jahr 2019 eine Ideensammlung der Bevölkerung zur Gestaltung des öffentlichen Raums

Urbanisierung, Gentrifikation, Verdichtung, Velo- und Fussverkehr sowie Parkplätze: Wie wichtig der Bevölkerung die Gestaltung des öffentlichen Raums ist, zeigen derzeit die zahlreichen Eingaben zum kommunalen Richtplan der Stadt Zürich. Damit die Bevölkerung proaktiv mitgestalten kann, soll es ein Gefäss geben, das diese sammelt, diskutieren lässt und nach Möglichkeit umsetzt. Das fordern zum Jahresanfang Experten aus der Wirtschaft.

«Die vielen Ideen und Eingaben zeigen: Die Mitsprache an der Gestaltung des öffentlichen Raums ist der Bevölkerung ein grosses Anliegen», sagt Andreas von Euw von BURRI public elements. Er begrüsst die rege Mitwirkung am kommunalen Richtplan der Stadt Zürich. Neben der Mitwirkung an – bestehenden – Richtplänen spricht sich das Unternehmen für zusätzliche Massnahmen zur Mitsprache der Bevölkerung an der Gestaltung von öffentlichen Räumen aus. In jeder Stadt oder Gemeinde könne ein Gefäss geschaffen werden, in dem die Bevölkerung aktiv ihre Bedürfnisse zur Gestaltung des öffentlichen Raums einbringe. Die Bevölkerung soll damit zur Mitgestaltung aufgefordert werden, bevor Pläne überhaupt erstellt werden. Mittel- und langfristig sollen diese Bedürfnisse sauber evaluiert und gewichtet in die Planung von öffentlichen Räumen integriert werden.

Online-Tools, Umfragen und Bevölkerungszusammenkünfte zur Sammlung von Ideen

«Verantwortliche können die Ideen der Bevölkerung über verschiedene Massnahmen einholen», sagt Andreas von Euw, der sich seit Jahren mit der Bedeutung öffentlicher Räume für das gesellschaftliche Zusammenleben auseinandersetzt. Sinnvoll und effizient seien etwa Online-Tools, in die gleichzeitig Ideen eingegeben werden und diese laufend gesichtet werden könnten. In der Stadt Zürich etwa gibt es bereits ein Onlinetool, in dem die Bevölkerung Schadensmeldungen eingeben kann. Solche oder ähnliche Instrumente liessen sich auch für Gestaltungsideen nutzen. Aber auch Umfragen oder Bevölkerungszusammenkünfte können genutzt werden, um noch weniger netzaffine Menschen zu integrieren und den persönlichen Austausch zu fördern.

Mitgestaltung der Bevölkerung angesichts der rasanten Entwicklungen für die Experten unabdingbar

«Das wären kostengünstige Varianten, die viel Arbeit an möglichen Einsprachen sparen würden», so der Experte. «Vor allem aber können wir nur über die gemeinsame Mitgestaltung der Bevölkerung jene Räume schaffen, die unsere Gesellschaft angesichts der Anforderungen an die Jungen, des Bevölkerungswachstums und der älter werdenden Bevölkerung, der Verdichtung und gleichzeitigen Zersiedelung sowie der technologischen Entwicklungen und Anforderungen in der Zukunft braucht.»

Wie wichtig die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung bei der Gestaltung öffentlicher Räume sind, zeigt aktuell das Beispiel des Hochschulquartiers in Zürich: Hier hat jener Plan das Rennen gemacht, der nicht nur Platz für Studierende und Dozenten beinhaltet, sondern einen öffentlichen Platz für die Bevölkerung vorsieht. Das Projekt schafft eine Brücke zwischen den zweckdienlichen Bauten für eine bestimmte Gruppe und dem gesamtgesellschaftlichen Stadt- und Quartierleben. Bei der Stadt Zürich müssen die Verantwortlichen für die kommunalen Richtpläne die fast 300 Eingaben nun bearbeiten. Im Herbst 2019 sollen diese dann zusammen mit einem Bericht zu den Einwendungen an den Gemeinderat überwiesen werden.

Seit 1907 als Schweizer Familienunternehmen tätig

Das Schweizer Familienunternehmen BURRI public elements wurde 1907 gegründet. Die Firma hat sich über fünf Generationen zum Komplettanbieter für die Ausstattung öffentlicher Räume entwickelt. Bekannt ist das Unternehmen unter anderem als Totalunternehmer Haltestelleninfrastruktur sowohl für die Glatttalbahn als auch für die Limmattalbahn. BURRI public elements ist aus dem öffentlichen Raum in der Schweiz nicht wegzudenken: Mobiliar, ÖV, Signaletik, Beleuchtung, aber auch Sicherheit wie Absperrpfosten: Vieles, was die Bewohnerinnen und Bewohner hierzulande täglich nutzen, stammt aus der Werkstatt des Unternehmens. Ein Spezifikum des Unternehmens ist es, dass die Produktionsstätte in der Schweiz, in Glattbrugg, angesiedelt ist, wo die Produkte grösstenteils in Handarbeit gefertigt werden.